Elise und die Wiese
„Diese Hitze“, stöhnt Elise,
„Ich zerfließe trotz Markise!
Bliese doch nur eine Brise,
während ich die Blumen gieße.“
Das was sie willkommen hieße,
weht und bringt ihr eine Prise
- was allein noch nichts bewiese,
jedoch – Pollen von der Wiese.
Woran sich mancher andre stieße,
stürzt auch Liese in die Krise,
weil die Allergie, sekkant, die Miese,
verhütet hie, dass sie genieße,
was sie erhofft, dass da ersprieße.
Sie seziert die Exerzise,
indem sie - Augen wie voll Spieße -
preisgibt ihre Expertise:
„Auch wenn ich meine Augen schließe,
tränen fies s‘e, und ich niese!“
Früchtchen
Was dem Betrachter knackig rund
ins Auge sticht, prall und gesund,
ist nie geseh'ne Kirschenpracht,
die froh von ihrer Bluse lacht
und seine Muse rot entfacht.
Das edle Obst zu pflücken reizt,
obwohl es nicht mit Tücken geizt,
zumal es Appetit erweckt
auf Früchte, die, perfekt versteckt,
verhindern, dass man sie entdeckt.
Weil jene Überdrüberkirschen
das Aug' hindern, sich anzupirschen,
reibt seine Phantasie sich wund.
Nun holt er sich woanders Zund,
und schau: Da lockt ihr Kirschenmund!
Der weiß frontaler zu gefallen
als glänzend schönste Frucht von allen.
Doch gleißt sein Auge wie gehabt
und mehr für den Verrat begabt,
als von Enthaltsamkeit gelabt,
wird er den Früchtekorb nicht rauben.
Verflixt, er will die Früchte klauben!
Doch wenn er sich auch noch so plagt,
und er, indem er sich beklagt,
ein Späßchen vorzutragen wagt,
das ihm, vorbei am Bockenden,
Weg ebnen soll zum Lockenden,
dann wird sein Gusto - schon begehrlich! -
im Nu zum Wagnis und gefährlich.
Nun denn, gestehen wir ganz ehrlich:
Wenn auch das süße Blusenrund
anregend wirkt und kerngesund,
beim Pflücken erst lässt sich ermessen:
Der kühne Griff war zu vermessen
- mit ihr ist nicht gut Kirschen essen!
InfAnal
Es eskaliert, wenn er die Frau
anal analysiert. Wie schlau
die dirigiert, wenn sie den - schau! -
Popo positioniert, und - wau! -
er erigiert und schießt den Stau
in sie (insistiert sie? - Jau!).
Ihn inspiriert, dass bei der Gau-
di, die die diniert, genau
ihn instruiert - bis hin zum Gau!
Patriachalische Korrekturvorschläge
Fang an, deine Unarten gut zu verstecken:
Vielleicht kannst du deine Kanten und Ecken
abschleifen, Liebste, oder verdecken,
und weiters auf die Reden, die kecken,
verzichten, und darauf, die Zähne zu blecken,
sowie haltlos auf mich hinzupecken.
Lass die Küche nicht verdrecken,
hör auf, die Finger abzuschlecken,
denn mir hört auf es dann zu schmecken.
Beweg dich schneller als die Schnecken,
damit niemand glaubt, er muss dich wecken.
Und wenn’s mir gelingt, das Glied hinzustrecken,
wär’s gut, du würdest es ordentlich lecken
statt den Besitzer ob der Größe des Recken
zu tadeln bei Vorgabe, es wäre nur Necken.
Gegen Pickel, auch wenn sie ausschau’n wie Zecken,
kaufen andre ein Döschen: Du kaufst in Säcken!
Was willst du denn damit bezwecken?
Und spar mir nach der Wäsche den Schrecken
bezüglich Auffindens schmutziger Flecken.
Sonst brauchst du gar nichts auszuhecken!
Noch eins vergiss nicht: abzuspecken!
Renegate
Agathe, die in ihrer Kemenate
Spagate übt, die schwört auf Surrogate,
ist Pate ihrer Lebensderivate.
Zu Tate schreitet sie als Obstinate,
schlürft Mate, kaut Gemüse separate,
Spinate isst sie als wär’n ’s Opiate,
gerate auch wie eine desperate
Oblate sie und dürr wie die Renate!
Ach nahte Liebe ihr doch, höchst private,
bejahte sie das Dasein wie Beate:
Diktate wie zuvor wär’n bald Legate,
auf Drahte wär’ sie ohne Implantate –
ich rate: Zeit zum Setzen der Fermate!
S‘ Bacherl
Es glitzat und glüht
in da Sun, is verspüht,
moi is net recht gfüht
und gebärdet si mühd,
daun is wieda rüd
und maunchmoi gor wüd
- wäu's kana recht drüht!
Die Ader, wauns schwüht,
und noss auf mi züht,
daun taunzt's und es sprüht,
wia Wosser, des brüht,
- ma kennt sogn, es „revuet“
des Bacherl, bemüht,
dass‘ ma jo net vafrüht
Zeit beim Zuaschaun stüht.
Unfallhergang
Man fährt ihn mit dem Rad fast tot
- dann steht er mit 'nem Cut im Kot,
beschwert sich ob der Tat und droht.
Er schmäht den andern: "Blade Krot!",
macht kehrt, um einen Grad verroht,
und geht so - ohne Rat und rot -
entehrt nach Haus. Nach Bad und Brot
gerät er endlich – spat! - ins Lot.
Unterhaltung
Es spielt Franz - Kavalier -
auf zum Tanz am Klavier,
allein ganz ohne Zier,
dafür glanzlos für vier.
Akzeptanz nimmt dahier
ihn durch Pflanz ins Visier
Was Vakanz am Klavier
erzeugt – Franz geht zum Bier!