Leserbriefe – vielleicht auch ein Dialogforum

In geraumen Abständen überfällt mich das Bedürfnis, meinem Unmut freien Lauf zu lassen – eh wie die Mehrheit der Menschen heutzutage in den sogenannten sozialen Medien – oder in Bezug auf bestimmte Anreize in Zeitungen Stellung zu nehmen. Mag sein, das eine oder andere spiegelt auch die Meinung eines Lesers und fühlt sich bestätigt – oder er lehnt die Sichtweise ab, und schon gibt es einen Dialog. Der zeitlich letzte Leserbrief wird immer oben gereiht, aber ich lasse es mir nicht nehmen, eventuell auch hinten einen längst vergessenen aus vergangenen Jahren einzureihen, wenn es mir konveniert.

 

Leserbrief an den Kurier 5-25
Sehr geehrte Redaktion, sehr geehrter Herr Kramar, 

priorisiert sollten Menschenrechte bei denen werden, die der Menschheit nicht schaden, die sich an Gesetze halten (und damit meine ich nicht, wenn jemand bei Rot über die Ampel fährt oder falsch parkt, sondern einschlägige Delikte gegen Leib und Vermögen seiner Mitmenschen). Über den Daumen lese ich aus sämtlichen mir zur Verfügung stehenden Medien heraus, dass zwei Drittel aller schweren Straftaten von Ausländern begangen werden. Ich adressiere hier nicht nur EU-Ausländer, sondern auch viele Angehörige osteuropäischer Staaten, die immer wieder in der Zeitung auffallen, und auch Nachkommen von Einwanderern, die angeblich Österreicher oder zumindest Europäer sein sollen - aber eher nicht sein wollen. Und selbstverständlich spielt der menschenverachtende Glaube des Islam eine unübersehbare Rolle.
 Wenn wir nun also von Menschenrechten sprechen, dann will ich diese Menschenrechte zuvorderst auf jene angewandt wissen, die der Menschheitsfamilie etwas Gutes geben und nicht wegnehmen, jenen, die das Schlechte und Böse ablehnen und nicht es befürworten und ausüben. Unter diesem Licht betrachtet kann ich mich nicht für Probleme jener erwärmen, die hierzulande Straftaten begehen und wir müssen es hinnehmen, weil jenen Straftätern zu Hause in ihren Herkunftsländern vielleicht härtere Strafen drohen. Offen gestanden: das hätten die sich vorher überlegen müssen. Wir sind nicht für deren Schutz zuständig.
Will man eigentlich glaubwürdig sein im Bemühen, Landesbewohnern ein friedliches Leben zuteil werden zu lassen, oder die eingesessene Bevölkerung terrorisieren lassen, weil böse Menschen mehr Menschenrechte besitzen? Mein Menschenrecht - wenn es sowas überhaupt gibt - ist es, in Frieden meinen Verrichtungen nachgehen zu dürfen, ohne Angst davor, dass meine weiblichen Angehörigen bedroht und vergewaltigt werden, ohne Angst davor, dass ich einer homeinvasion zum Opfer falle, ohne Angst davor, an der nächsten Ecke in die Luft gesprengt oder niedergestochen zu werden, ohne Angst davor, dass diese "Menschen" politische Parteien gründen, die die heimischen Menschenrechte pulverisieren würden, ohne Vandalenakte und Sprühaktionen sehen zu müssen, die mit Kunst nichts zu tun haben und unser Eigentum beschädigen, ob Züge oder Hauswände whatever. 

Jeder, der dieses Land und von mir aus EU-Boden betritt, aber auch die nächste Generation, die vereinbarte Regeln in dieser Gemeinschaft nicht einzuhalten gewillt ist, muss ohne Wenn und Aber zurück ins Herkunftsland. Nur diese Konsequenz bedeutet Glaubwürdigkeit. Menschenrechte für alle, die sich an humane, solidarische Regeln zu halten bereit sind, keine Menschenrechte für jene, die sie selbst brechen. 

Ich begrüße den Vorstoß der betreffenden Regierungschefs ausdrücklich, denn es wird allerhöchste Zeit, der Perversion Straftäter zu schützen und Einheimische auszuliefern, ein Ende zu bereiten. Wenn das nicht kommt, dann brauche ich kein großer Prophet zu sein, hilft bei der nächsten Wahl keine Konstellation mehr, Blau oder Rechtsextrem zu verhindern. Nirgendwo in Europa. Wir sind beim letzten Aufschrei!

MfG 

Günther Schützl 


P.S.: Und ich will gar nicht darauf eingehen, was uns der aufgeblähte Sicherheitsapparat kostet. Wir sind ein Polizeistaat geworden, fast notwendigerweise, um Übeltäter zu verfolgen, Gefängnisse quellen über, Botschaften und alle möglichen Einrichtungen müssen ständig über- und bewacht werden, schweres Gerät wird im Übermaß eingekauft, Gerichtsverfahren ziehen sich unendlich in die Länge, weil es gar nicht genug Richter für all die Übeltäter gibt usw. 

P.P.S.: Ich fordere mein Menschenrecht auf Frieden 




Leserbrief an den Kurier     8/24
Sehr geehrte Frau Salomon,

ich teile häufig Ihre Meinung zu "whatever" (übrigens auch jene von Andreas Schwarz, der die Dinge oft so erfreulich nüchtern und doch tongue in cheek betrachtet), und so kann ich Ihnen auch bzgl. Unterwerfung nur zustimmen.  Mich stört nur die Klassifizierung innerhalb der sogenannten Wertediskussion in unserer "westlichen" Welt. Ein Swift-Konzert hat nichts mit irgendwelchen Werten zu tun, das überhöht einfach unzulässig ein Popkulturevent (das es mit Elvis, Sinatra, Madonno oder ABBA etc etc) ja schon seit ewig gibt. Es ist immer das gleiche Muster. Ich weiß nicht, was da anders sein soll, als es eh immer schon war. Wann kommt man endlich drauf, dass sich Orientierung suchende Menschen in jeder Generation zusammenrotten und Popstars hypen, dass Jugend immer irgendwelchen fragwürdigen Idolen hinterherhechelt und dass dies weder mit Qualität noch mit Werten zusammenhängt oder zusammenhängen muss, sondern einfach ein soziologisches Phänomen ist? Swift wird in ein paar Jahren wieder Geschichte sein und andere werden nachdrängen, denen man dann wieder mehr Raum zugesteht als ihnen zusteht. Mich besorgt in diesem Zusammenhang vielmehr: Auf der NÖ-Seite 13 der heutigen Ausgabe werden unsere "Werte" sehr deutlich artikuliert: "Die Party muss weitergehen". Echt jetzt? Diese Gesellschaft weiß in der Tat nicht mehr, was Werte bedeuten. Alles Oberflächliche wird zu Werten stilisiert, und da kann ich nur sagen: Wir wirtschaften geistig extrem ab. Wir haben keine spirituelle Dimension mehr, alles was unser Vergnügen beeinträchtigt, wird als Störung unserer Werte empfunden. Das ist Wahnsinn! Urlaube sind wichtiger als die Frage, ob eine Impfung vielleicht unsere Gesundheit beeinträchtigen könnte! Auch das ist ein Beispiel. Alles, was tieferes Denken anlangt, wird über Bord geworfen zugunsten flacher Ereignisse.

Es ist kaum zu fassen, womit sich diese Gesellschaft (und auch die Medien, vielleicht überhaupt diese vorzugsweise?) befasst im Angesicht eines drohenden Untergangs der Welt, die wir kennen. 

Beispiel: Der Schilling-Prozess! Den kann man ohnehin gleich unter Kindergarten ablegen, soll aber, wie ich lese, zahlreiche hochrangige Politiker beschäftigen, die ja wirklich nichts Besseres zu tun haben, als dümmliche Gerichtstermine wahrzunehmen. Und die Rechtsanwälte leben hoch, sie leben hoch. 

Beispiel: Karl Lueger trotzt weiterhin der geforderten Schieflage (so die Kurier-Schlagzeile). 500.000 Euro ist uns so ein Sch...dreck wert? Ich fasse es nicht. Es geht doch nur um Kosmetik. Kein einziges Problem wird damit gelöst. Es ist auch völlig unnötig, wie sehr wir uns ständig mit Vergangenem befassen, wo doch die Zukunft dringlich auf Lösungen wartet, für die das Abgeklungene bestenfalls einen Entwicklungsschritt darstellt. Man kann, was einst war, heute verurteilen, das ist legitim, aber sich ständig weiterhin in diesem Sumpf aalen, bringt gar nichts und ruft einerseits höchstens Widerstände hervor und wird zweitens beworben. Man schleppt also die Probleme mit, anstatt sie bewältigt zu haben.

Noch mal zurück zu den Swifties-Konzerten bzw. ihre Absage, denen ja auch Sie breiten Raum einräumen (ich vermute, insgesamt mehr Swift-Berichterstattung als über den vereitelten Anschlag selbst!). Das verzerrt völlig die Dimensionen. Es geht lediglich um Musikkonzerte mit fragwürdiger musikalischer Substanz. Wenn das tatsächlich unsere Werte repäsentiert, bin ich erschüttert, aber der Kurier betont und betoniert dies fortgesetzt. Traurig, dass auch Politiker wegen einer Absage, die ein Achselzucken erfordert, mediale Kanäle mit überflüssigen Stellungnahmen benutzen (und damit deren Wichtigkeit betonen), deren Betreiber an der Destabilisierung der Welt arbeiten, aber das ist ja wurscht. Mein Gott! 

Übrigens war die Absage völlig sinnentleert, im Gegenteil: So sicher, wie diesmal die drei Events gewesen wären, werden sie hinkünftig nicht mehr sein.



Baden im Schweiß       7/24

Das jährliche Baden in Weiß... ich weiß nur: eine zwiespältige Angelegenheit, die vorzugsweise Menschen aus abgelegenen Örtlichkeiten im Umland, die selten von gehobener Musik penetriert werden,  besuchen, geschweige denn, dass sie sich der Vielfalt der Möglichkeiten bewusst sind. Wir bewegen uns also auf bescheidenem Niveau, das eine breite Masse auf Grund des Zuspiels in verbreiteten Medien als Gipfelpunkt des Hörgenusses empfindet.

Unsägliches Gewummere, das die Bezeichnung Musik nur mangels anderer Begrifflichkeit erobert haben dürfte, beschallt weite Teile der Stadt. 

Gequälte Gitarren, durchaus im Einklang mit gequälten Zuhörern, die die alkoholische Genschere benutzen, anders gesagt, die sich die Musik schönsaufen.

Der Politik ist der Klirrfaktor wurscht. Alles ausgelagert an Eventmanager, aber da werken Leute, deren musikalischer Horizont erbärmlich ist.

Klar begeistern auch mich einzelne Acts, um z .B. Stereoparty zu nennen, die Jahr für Jahr nicht zu Unrecht den Hauptplatz bespielen. Aber sonst dominiert eine musikalische Wüste, in die sich kaum ein Einheimischer verirrt. Freilich nehmen manche in der Öffentlichkeit an dem Gebotenen teil, weil sie der Rückzug in die eigenen vier Wände vor den Auswüchsen missverstandener Unterhaltungskultur auch nicht zu schützen vermag. Zu penetrant tönt es durch die Gassen oder dröhnt über Parkgrenzen hinaus. Wenn man sich den Polster über den Kopf zieht und mehrmals gegen die Wand läuft, ertönt das erzielte Ergebnis aber wie Engelsstimmen, die den Höllenlärm im Zaum halten. 
Für jene, die nach einer Empfehlung gieren: Rückzug in die Almhütte, wo nur die Holzscheite knistern und musikalisch verbrennen. 




Abschieben nach Afghanistan        7-24

Sehr geehrte Frau Lindorfer,

die bestehenden Gesetze, die für gute Zeiten formuliert wurden, machen unsere Zukunft JETZT kaputt. Die Probleme, die Sie in Ihrem Artikel ansprechen, sind nur ein kleiner Teil dessen, was wir schon an Kuriositäten und Absurditäten zur Kenntnis nehmen mussten.

Wir bzw. die EU kann nicht nach Afghanistan abschieben, weil man diesfalls mit den Taliban verhandeln müsste und sie dadurch als Regierung anerkennen würde? In diesem Zusammenhang sprechen Sie davon, dass die Taliban durch Putsch an die Macht gekommen seien, was sie praktisch für Verhandlungen disqualifiziere. Geht's noch? Ich kann mich erinnern, dass unter Kreisky sogar mit ausgewiesenen Terroristen, also Verbrechern, verhandelt wurde.
In halb Afrika, aber auch Südamerika gibt es seit jeher Staaten, deren Lenker durch Putsch oder manipulierte Wahlen (letzteres sogar in Europa, wenn ich an den Belarus denke), an die Macht gekommen sind, und das sind alles keine persona non grata -Staaten, die werden (fast) alle nicht ignoriert (schon gar nicht von China, etc., die sich weltpolitisch auf diese Weise locker aufschwingen können, sie haben ja keine demokratische Konkurrenz, weil diese sich selbst ausschaltet), im Gegenteil, manchmal sogar hofiert, weil man um Rohstoffe buhlt. 
Ganz ehrlich: Das versteht der durchschnittliche Staatsbürger mit seinem durchschnittlichen Hausverstand nicht mehr. Da haben wir lieber Bandenkriege in Wien (und bald vermutlich auch anderswo in Österreich), als dass wir die Menschenrechte (und die damit verbundenen Werte) für Einheimische einmal ins Auge fassen, d.h. auf Einheimische anwenden: Frieden, Sicherheit, Wohlstand, Angstfreiheit. Unsere Schwerfälligkeit zersetzt uns von innen. 
Entschuldigung, dass einem hier aufgewachsenen Österreicher das Hemd näher ist als der Rock. Man gewinnt den Eindruck, dass die Störenfriede auf allen Linien gewinnen, von blöden, kurzsichtigen und unfähigen Demokratien profitieren, aber jene, die diese in bester Absicht errichtet haben, zusehends ins Abseits geraten. Das hat zwangsläufig zur Folge, dass sich Einwohner und Wähler dieser (Noch)-Demokratien radikalisieren. 
Um diese Feststellung mit Sicherheit zu treffen, braucht es wirklich keine Experten. Nicht einmal Bücher, die von der Abschaffung einzelner Staaten faseln. Man braucht nur die Augen zu öffnen, zum Beispiel nach Frankreich zu schauen, wo der Kessel in den Städten jetzt schon kocht, und die ballistische Kurve des Geschosses verfolgen, das ins Herz Europas zielt.

MfG

Günther Schützl



EU und das fehlende Geld für die Umwelt    2/24

 

Sehr geehrter Herr Dr. Wailand, 
 
 ich möchte Ihnen keineswegs in allen Punkten Ihrer Glosse widersprechen, aber eines lassen Sie mich schon festhalten: Ihre Begründung, dass nicht das Ziel falsch sei, sondern vielmehr Chaos und Populismus bei den Vorschriften, kann ich nicht folgen. 
 
 Auf Grund Ihres Fotos gehe ich davon aus, dass Sie nicht zu den jüngsten Mitmenschen zählen, also sollten Sie sich schon daran erinnern, dass seit 1972, als der Club Of Rome seine Sichtweise publiziert hat, dass seit 1980, als sich nach und nach die Grünen etablierten und seither zahlreiche Wissenschaftler zum wiederholten, was heißt, zum tausendsten Male zu Wort meldeten, dass also seither angesichts dieses Zeitrahmens keineswegs überstürzt, übereilt, überhastet agiert wurde, im Gegenteil, da wurde verschleppt und verzögert und gebremst, obwohl jeder Bescheid wusste oder wissen konnte - wenn er denn wollte. 
 
 Nun kulminiert vieles, und vieles drängt, wenn das halbwegs kommode Überleben der Menschheit noch gewahrt werden soll. Aber Hast und Chaos, das kommt nur in Ihrer Kolumne vor. Und wenn es Realität ist, dann wurde es erzwungen von jenen Verschleppern, die nun darüber mozzen.
 
 MfG

 

 

Streit um das Dollfuß-Museum – echt doll   2/24

 

Sehr geehrte Damen und Herren, 
 
 ich habe mit Dollfuß nichts am Hut und kenne das Museum nicht, aber es ähnelt der Thematik nach dem Zauber um Braunau: Kann man nicht endlich die Geschichte Geschichte sein lassen und vielmehr versuchen, das damals Geschehene als Fingerzeig zu sehen, damit es sich nicht wiederholt? Und dann die Kräfte in diese Richtung bündeln? Es sind leere Meter, die Vergangenheit als Ideologiewerkstatt für die eigenen Befindlichkeiten zu nützen. All das macht einen der Politik so überdrüssig. Und dass immer sogenannte Experten (vor allem finanziell) profitieren, deren Meinung sich in seltenen Fällen mit jener einer (manchmal) kritischen Mehrheit decken, stößt einen als Opfer von Berichterstattung ab. 
 
 MfG

 

 

Salzkammergut – Region Kulturhauptstadt    1/24

 

Sehr geehrter Herr Trenkler,

 

sorry, ja, das glaube ich schon, dass Sie öfter anecken, wie in der medialen Kurzbio beschrieben, das ist, wenn einem der Ruf als leitender Kulturjournalist zu Kopf steigt und man glaubt, Tempo und Geschmack vorgeben zu müssen.

 

Ich verstehe vieles nicht, von dem Sie offenbar glauben, es sei wichtig.

Warum soll man nicht Idylle produzieren, in Zeiten, wo man ohnehin ganz weit weg davon ist? Auch an der profanen Weihnachtsbeleuchtung in Ischl habe ich nichts auszusetzen, sie ist, wenn nicht origineller, so doch markanter als fast alles, was man anderswo zu sehen kriegt, oder zumindest aussagekräftiger. Außerdem Identifikationsmerkmal, Signatur, whatever.

 

Warum muss alles durch zumeist bemüht abgehobene, zugleich konturlose Gegenwartskultur ersetzt werden? Da haben die beanstandeten Kollegen aus Singapur und China offenbar ein besseres Gespür. Es ist nicht Kleingeistigkeit, wenn man sich auf eigene Werte (auch wenn ohnehin alles auf hohle Phrasen basiert) besinnt, zumal das Neue noch weniger Wertbeständigkeit beweist. 

Warum soll man nicht die lokale Kunstszene fördern? Oder Gmundner Geschirr, auch das identitätsstiftend, wo man ohnehin kaum mehr weiß, wer man ist, wofür man steht und was man tun soll? 

Wenn ich südafrikanische Kunst sehen will, fahre ich nach Südafrika. Was hat das alles mit einer österreichischen Kulturhauptstadt zu tun? Die Menschen von anderswo kommen hierher, um ihre Klischees möglichst authentisch abgebildet wiederzufinden. Und nicht international gefärbte Allgemeinplätze. Übrigens: Ist das nicht kulturelle Aneignung? 

Das Salzkammergut ist markant, und wer es besucht, dem wird ein Versprechen eingelöst. Also ich bin diesbezüglich konservativ und finde Ihr Gejammere und Ihre Kritik entbehrlich. Übrigens: ich fahre bei all dem Rummel sicher nicht hin, die Wichtigtuerei, die Künstlichkeit, die Auseinandersetzungen, das alles ist abschreckend.

 

MfG

 

Narrentum oder Narrenturm?                 1/24

 

Sehr geehrter Herr Foschum,
 
 ich bin erschüttert. Dass ich als Abonnent des Kurier fast eine Seite 
 lang unglaublich Unnützes und Überflüssiges zum Thema "Fasching" 
 finanziere, gibt mir zu denken. Das Aushängeschild (oder Markenzeichen?) 
 der Gilden (und meist auch ihre Aktivitäten in diversen Faschingssitzungen) sind nicht närrisch, sondern einfach grenzenlos dumm.  Die "Schlachtrufe" (alleine diese 
 Bezeichnung infantil) sind nicht originell, nicht einfallsreich, nicht 
 lustig, sind phantasielose Kopien eines einst einzigartigen, vorgegebenen 
 Modells (aus Villach, und dies bundesdeutsch inspiriert), sind schlichtweg eine Armutserklärung in jeder Hinsicht, vor allem was den Verstand betrifft. Halloo? Mömö, Laalaa, Leilei usw.

Nein und nochmals nein: das ist nicht komisch, denn es würde nicht mal Kleinkinder erheitern, auf deren Niveau wir uns bewegen. Es ist purer Stumpfsinn und primitiv. Eine Beleidigung für "echte" Narren. 

Und übrigens ist das alles so stimmig wie das sogenannte "Prinzenpaar", Verzeihung, aber: speib, speib!
 
 MfG

 

 

 

Vervollständigung eines Stimmungsbildes    1/24

 

Sehr geehrter Herr Schwarz,

 

ich kann Ihren Artikeln stets viel abgewinnen, inhaltlich wie stilistisch, und möchte zur Glosse „Herbeikicker“ eine Ergänzung anbringen. Die Diagnose bzgl. Hass und Ressentiments ist korrekt und existiert bis in den Keller der Bevölkerung (das war eh schon in der Nachkriegszeit so, machen wir uns nix vor, aber das Auditorium ist einfach heutzutage größer).

Ich stand als ehemaliger SPÖ-Gemeinderat, der zufällig auch an der Wiege der Grünen (AL) in Baden stand, bei einem Punschstand zwei Damen gegenüber, gerade pensionierte, eifrige SPÖ-Wählerinnen, die sich zwar selbst in der Gemeinde nicht einbringen wollen, aber pikiert und voller Unverständnis aus meinem Mund eine Verteidigungs- resp. Relativierungsrede für (das Vorgehen von) Nehammer und Konsorten sowie für die erste effiziente Umweltministerin Gewessler vernahmen. Hätten die Damen was zu sagen, müsste ich wie Gusenbauer aus der Partei austreten.

Aber das ist gar nicht Grund dieser mail. Sie zählen zeilenlang Positives auf, das gar nicht in Abrede steht, aber lieber Herr Schwarz, jeder fühlt, dass wir alle aus unterschiedlichsten Gründen über dem Abgrund tanzen. Wohin man blickt, bröckelt alles, und es wird nur mehr eine Fassade aufrechterhalten. Haben Sie – und mir bekannte Beispiele zu nennen – eine Ahnung, wie es in den Gebietskrankenkassen und Arbeitsämtern zugeht? Aber es rumort auf den Universitäten und den Bauernhöfen genauso, weil eigentlich kaum mehr etwas funktioniert. Niemand findet klare Worte (politische Ausnahme ist Gewessler), das macht infolge individueller Hilflosigkeit so aggressiv. Jeder, der sehen kann, sieht.  Ich fühle es selbst. 

Lesen Sie einmal „Die gute Nachricht des Tages“ auf Seite 2 Ihrer Zeitung, und bemühen Sie sich, nicht zu lachen. Das sind zu 90% solche Pipifaxbeispiele, die einerseits teils beinahe das Thema verfehlen, andererseits fast wie Hohn wirken, liest man die Zeitung weiter. Verarschen können sich die Leute selber. Für mich persönlich sind Umweltproblematik, Migration, KI und politische Gespenster wie Donald Trump die größte Bedrohung. Dagegen ist unser Kickl ein Klacks. Ich habe noch nie FPÖ gewählt, weniger, weil sie nicht da und dort eh recht haben, sondern weil Leute ohne Moral und mit niederen Beweggründen ausgestattet nicht wählbar sind, egal welcher Partei. Aber es wäre naiv und ignorant, nicht die Bedrohung zu vergegenwärtigen, die von (illegalen) Einwanderern ausgeht, die in entsprechender Anzahl irgendwann eine eigene Partei gründen werden, die den Islam und seine Gedankenwelt hierorts etabliert. Man liest in seriösen Medien, was JETZT schon entglitten ist. Dann können wir uns von unseren „Werten“ und unserer Kultur ruckzuck verabschieden. Wenn die anderen Parteien nicht ihren Kurs korrigieren, werden sie einen Erdrutsch erleben. 

Natürlich lese ich mit Hingabe in der gestrigen Ausgabe, z.B. über die Unmöglichkeit des Abschiebens. Den status quo bestreitet kein Mensch, der bei Verstand ist, aber jeder fragt sich, wieso Gesetze bei Dringlichkeit nicht verändert werden können. Oder zumindest der Versuch unternommen. Eine rechtsradikale Partei wird das vorführen. 

Wieso ist es z.B. so kompliziert, dieses „Geschäft“ mit den „Volksbegehren“ abzudrehen? Es sollte doch klar sein, dass es reicht, die entstandenen Kosten abzudecken. Schon in der nächsten Parlamentssitzung könnte der einmal erkannte Übelstand beseitigt sein. 

Was, geht nicht? Vor nicht allzu langer Zeit saßen in Tirol ein paar übermotivierte Politiker beisammen und binnen weniger Stunden waren die Grundrechte der Österreicher teilweise abgeschafft (auch wenn das Gesetz nicht exekutiert wurde, eigentlich ein weiteres Versagen). 

Wieso können Asylanten, die den ganzen Tag sinnlos herumhängen und eigentlich froh wären, wenn sie eine Aufgabe hätten, nicht mit einem Federstrich gemeinnützige Arbeit tun (müssen) wie z.B. die überhand nehmenden Neophyten an Wegen und Bachrändern ausrupfen? Das macht sonst keiner, und niemanden wird Verdienst/Geschäft weggenommen. Es wäre ein Dienst an jenem Land, das sie beherbergt. 

Auch nicht möglich? Eben. Genau das ist es. Alles, was die Vernunft gebietet, ist entweder mit einem (ideologischen) Bann belegt oder unter einem Berg Gesetzeskonstrukt begraben, der alles behindert (wie auch den Ausbau der Starkstromleitungen) und schon für sich genommen eine eigene Bedrohung für die Bevölkerung darstellt. Völlig offenkundig, dass etwas bedrohlich ist, notwendig ist, dringlich ist, behoben gehört – aber es geschieht nichts! Ich halte auch nichts von der Machtfülle der Bundesländer, die alle ein eigenes (Gesetzes-)Süppchen kochen und irre Kosten entstehen lassen in einem kleinen Land mit nur 9 Mio. Einwohnern, die ja nicht gerade in verschiedenen Klima- und Komfortzonen leben und Regionalparlamente bräuchten.

Und dann ist noch Geld für ungezielte Geldspenden, so löblich die Absicht ist.

Das alles spielt der FPÖ in die Karten. Nach meinem Dafürhalten ist es so, dass, könnten die Leute wählen zwischen Genfer Konvention und den eigenen Interessen („Überleben?“), sie auf die Genfer Konvention pfeifen würden. Überspitzt ausgedrückt, vermute ich, dass wir auf ein Szenario zusteuern, wo es ein Großteil der betroffenen Europäer befürworten würde, wenn gegen die „Eindringlinge“ mit Waffengewalt vorgegangen wird. Das ist die traurige Realität: Wir stehen im Krieg! Europa steht im Krieg gegen China, Russland und Einwanderungswillige, die nach Rechten drängen, aber Pflichten negieren. Möglicherweise müssen wir auch bald die USA zu unseren Gegnern zählen. Was soll ich sagen? 

In unseren eigenen Gesellschaften prallen Ängste aufeinander, und es sind durchwegs Verlustängste unterschiedlicher Prägung. Wir werden die Kickls und Sellners noch ungezählte Male des Rechtsextremismus, des Opportunismus und des Populismus zeihen können, aber sie sehen sich schlichtweg als Retter der Zivilisation. Und Retter besitzen Sirene und Blaulicht, mit dem sie überall ungehindert durchpreschen. Sie benutzen die Rettungsgasse und die ist identisch mit der Siegerstraße. Und beides ist eine Einbahnstraße. Wer auf die Umstände, die sich in diesem Jahrtausend teils drastisch geändert haben, nicht einzugehen vermag, den bestraft – eh schon wissen. Schon vor rund 100 Jahren beschäftigten sich vergleichsweise moderate Politiker unterschiedlicher Fraktionen nur mit dem Hass aufeinander, während in ihrem Schatten eine Doktrin Fuß fasste, die bei der Masse auf fruchtbaren Boden fiel. Das erinnert schon sehr an heute. Man fand Schuldige, Geld wurde nachgedruckt, Gesetze adaptiert und Ängstliche witterten Morgenluft und gewannen neue Zuversicht. Wir stehen am Vorabend einer ähnlichen Entwicklung. Das ist unvermeidlich, denn der einzelne mag dazulernen, nicht aber Gesellschaften. Daher ist es auch völlig sinnbefreit, heutige Generationen mit Schuld von damals belasten zu wollen. Die fühlen sich nicht schuldig, nicht einmal ich als Nachkriegskind. Es kann keine Sippenhaftung geben! Im Übrigen, warum sollten wir, deren Entwicklungsschritte sich in Jahrmillionen bemessen, seit Ägyptens kürzlich zurückliegender Hochkultur etwas dazugelernt haben? Wir befinden uns hier auf einem Ausbildungsplaneten, oder eher in einem Straflager, wo es sich einige kommoder einrichten, aber dauerhafter Friede ist nicht vorgesehen. Weil alle ihr eigenes Süppchen wirtschaftlichen Gewinnes und der Egobefriedigung kochen mittels Durchsetzung eigener Standpunkte und Ideologien und das so bleiben wird. Ebenso wie die Religionen nie ein Problem gelöst haben, sondern nur verursacht. Aber das Problem ist allgemein, dass es zu viele Missionare gibt.

Und noch ein Detail stört mich: Dass die kürzlich erörterte Abschiebung von Immigranten stets mit der historischen Judenfrage verknüpft wird! Die jüdische Bevölkerung seinerzeit war zu fast 100 % in die Gesellschaft integriert und hatte de facto ein gleiches Wertesystem. Das ist jetzt in keiner Weise der Fall! Diese Vergleiche sind nicht nur unstatthaft, sondern einfach dumm. Sie zielen auf schlechtes Gewissen ab, das aber nicht existiert. Wenn wir keine Gegenwehr leisten, dann gilt Sarrazins variierter Buchtitel „Österreich schafft sich ab“.

Das ist meine Vorhersage und meine Diagnose. Danke für’s Antizipieren der langen Litanei (darin äußert sich auch bei mir schon Unmut und Unverständnis).

 

MfG

 

 

Kontrasit Neujahr                          1/24

 

Schockierend! Ich habe das Neujahrskonzert geschaut, aber es hatte mehr (Vor-)Gestriges als die guten Sitten erlauben. Die Männer, namentlich und vorwiegend die Geiger, Bratschisten und Cellisten, hockten mit gespreizten Beinen auf der Bühne wie Proleten in der Straßenbahn und bedienten ihr Instrument, waren also keineswegs im Einklang mit ihren süßen Melodien, sondern eher auf Seiten volksnaher Gstanzlmusik. Sogar dem Schlagwerker kippten die Beine ungebührlich auseinander, manchmal auch den (sitzenden) Trompetern, während sie sich gänzlich im Blasen verloren. Fehlt noch die sogenannte „Blutkrätsche“. 

Was denken sich wohl Frauen angesichts solch ordinärer Körpersprache? Und was denken sich die Verantwortlichen? Ich schäme mich. Wo war Thomas Schäfer-Elmayer, der dem männlich dominierten Klangkörper und seinen Körpern Benimm lehrt? 

Die Frische eines ganzen neuen Jahres wird in den Schmutz gezogen, nur weil sich (jawohl, wieder einmal) Männer daneben benehmen. 

Der Dirigent, der leider wie ein Menetekel an der Wand schon Thielemann heißt (wäre hier nicht Gendern angemessen?), kann diese Verfehlung nicht durch Kompetenz überspielen bzw. weglächeln (er lächelte auch sehr wenig, wahrscheinlich war ihm der Missstand auch aufgefallen) vielmehr ist die gelungenste Sphärenmusik nicht in der Lage, diese patriarchalisch geprägte Dissonanz zu übertönen. 

Man kann mir ja nicht erzählen, dass die Technik des Spiels durch gesittete Beinhaltung Schaden nimmt. Das nächste Mal steht womöglich das Hosentürl während des Flötenspiels offen. 

Frauen sind hier vorbildhaft (sieht man von einer einschlägigen Hollywooddarstellerin ab). Also möge man die Werkzeuge des Gehens im Zaum halten (nicht die Zunge, die wird gebraucht!). 

Ich empfehle die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses, wie es überhaupt so weit kommen konnte. 

Mein bescheidener, aber umso dringlicherer Wunsch an das nächste Jahr: ein wenig Nachhilfe in der weltweiten Präsentation für das angeblich weltbeste Orchester, damit man es nicht wieder vergeigt, und ein Konzert 2025 unter dezenteren Vorzeichen.

 

P.S. des Autors: Weil einige nach Lektüre angefragt haben, ob das ernst gemeint oder Satire sei. Nun ja, Fasching is‘!