Eos erweckt
die Physiognomie des Tages
aus dem Zerrbild
nächtlicher Fassaden,
dem Defizit der Ähnlichkeit
die Entfremdung der Wirklichkeit
gegenüberstellend.
Altbärtige Männer
zelebrieren die Reglosigkeit
wie schwarze Vögel
am Draht.
Säkularisierte Ikonen,
deren puppengewordener Kommentar
die Frage des Alterns
inszeniert.
Die Lokalitäten quellen aus den Häusern
ins Freie,
der Geruch frisch zubereiteter Seefrüchte
erweitert die Gassen,
und Touristen
verdecken das Gesamtkunstwerk
mit der Körpersprache emotional Behinderter.
An einem Seitenkanal
belohnt der sanftäugige Blick
eines Mädchens im blauen Kleid
den Versuch, die eigenen Wege
dem Fatalismus unerwarteter Wendungen
anzupassen.
Ein drittes Glas Rotwein.
Die Trunkenheit
überspannt den Bogen
und verklärt
die Authentizität erdgebundener Schwere
zur federleichten Farce
im Winde tanzender Seemöwen.
Die im salzigen Seewind
badende,
frisch gewaschene Wäsche
verkauft
ihre flatterhafte Verbundenheit
mit der Leine
als Parameter der Freiheit.
Mauersegler überziehen den Himmel
mit dem Netzwerk
kreisender Flugbewegungen.
Die Möwe stolziert
hoheitsvoll entlang des Kanals
vor zyanblauem Hintergrund,
hebt behäbig ab,
gewinnt Höhe beim Flug
vorbei an dem scharlachroten Gebäude
und entschwebt
mit unvergleichlicher Grazie.
Tauben schwanken tollpatschig umher,
bevor sie aufflattern und
ihr Batzl abwerfen.
Fiepen und Kreischen und Gurren.
Welttheater für Menschen,
die am Espresso nippen.
Die Hitze stutzt die Häuser zurecht
wie Kopfweiden,
damit die Farben
nicht in den Himmel wachsen.